Resilienz: die 7 Schritte zur inneren Widerstandskraft Teil 1

Ein neues Wort stürmt die Medien: die sogenannte „Resilienz“. Doch was ist eigentlich genau damit gemeint?

Nun, der Begriff Resilienz stammt ursprünglich aus der Biologie und bezeichnet die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stresssituationen.

 

Resilienz beschreibt also die Fähigkeit, selbst in schwierigen Situationen oder Lebensphasen wieder auf die Beine zu kommen.Während man früher annahm, dass Resilienz angeboren ist, weiß die Wissenschaft heute, dass innere Widerstandskraft zum großen Teil auch erlernt und trainiert werden kann.

 

In unserer heutigen Zeit -die durch erhöhte Mobilität, Informationsflut, steigende Lebensunsicherheit sowie häufige Mehrfachbelastung durch Familie und Arbeit geprägt ist - ist das Ansteigen von Stressfaktoren eine logische Begleiterscheinung dieser immer stärker werdenden Veränderungen. Obwohl wir statistisch betrachtet heute weniger arbeiten als je zuvor, fühlen wir uns oft im Alltag gehetzt, überfordert und stehen unter immensem Druck.

 

Was jedoch resiliente Menschen auszeichnet, ist, dass diese Menschen auch unter schwierigen äußeren Rahmenbedingungen gelassen reagieren. Es lässt sich feststellen, dass eben jene Personen selbst unter hohem Druck die Leistungsfähigkeit erhalten können und selbst persönliche Angriffe einfach abprallen lassen.

 

Doch was ist letztendlich dafür verantwortlich? Wie kann jeder von uns diese innere Stärke erlangen? Prof. Dr. Jutta Heller, selbständige Beraterin und Trainerin hat in ihrem Buch „Resilienz – 7 Schlüssel für mehr innere Stärke“ die wesentlichen Faktoren für innere Widerstandskraft herausgearbeitet. Anhand dieser 7 Schlüssel möchte ich in meinem Blog aufzeigen, wie sich hier Mentaltraining als erfolgreiches Tool einsetzen lässt.

 

1) Akzeptanz

Der Begriff Akzeptanz begleitet mich schon seit Beginn meiner zahlreichen Ausbildungen im persönlichkeitsbildenden Bereich. Oft hieß es hier: „Du musst akzeptieren was ist.“ Kaum wurde der Satz ausgesprochen, machte sich Unmut in mir breit: Wollte ich doch genau das Gegenteil erreichen: Ich wollte verändern, nicht akzeptieren. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich wusste, was es genau mit dem Thema Akzeptanz auf sich hat: Es geht nicht darum, alles so hinzunehmen wie es ist, sondern vielmehr Dinge, die bereits passiert sind, und demnach nicht mehr zu ändern sind, anzunehmen. Dadurch wird keine unnötige Energie vergeudet, und die verbleibende Energie kann für Lösungswege genutzt werden.

 

Dazu fällt mir eine Geschichte ein:

Zwei Zen- Mönche wanderten am Heimweg zum Kloster im Wald einen schlammigen Pfad entlang. Da begegneten sie einer schönen Frau, die hilflos am Ufer eines reißenden Flusses stand. Der alte Mönch, der die Not der Frau erkannte, hob sie auf seine starken Arme und trug sie hinüber. Sie lächelte und schlang die Arme um seinen Hals, bis er sie am anderen Ufer sanft absetzte. Mit einer anmutigen Verbeugung dankte sie ihm, und die Mönche setzten ihren Weg schweigend fort. Nicht weit von der Klosterpforte konnte der junge Mönch sich nicht mehr halten: „Wie konntest du nur eine schöne Frau in die Arme nehmen? So etwas ziemt sich nicht für einen Mönch!“ Der alte Mönch sah seinen Gefährten an und sagte: „Ich habe sie dort am Fluss zurückgelassen. Trägst du sie immer noch?“

 

 

2) Optimismus

Optimismus bedeutet für mich nichts Anderes, als stets darauf zu vertrauen, dass die Dinge sich für mich bestmöglich ergeben. „Das ist doch nicht realistisch“ würde ein Pessimist jetzt wahrscheinlich sagen, der sich selbst meist als „Realist“ beschreibt. Nun ja, aus Sicht des Mentaltrainings haben beide recht. Hat doch Henry Ford schon gesagt: „Alles was du glaubst zu können oder nicht zu können, du hast recht“. Manche bezeichnen diese Denkweise auch „self fulfilling prophecy“ – aber egal welchen Zugang man hier wählt, eines hat sich zumindest in meinem Leben und auch in meiner Praxis immer gezeigt: So wie ich die Wirklichkeit sehe, so wird es sich auch zeigen. Ich habe jedoch immer die Wahl, welche Sichtweise ich für mich wähle. Es gibt dazu einen schönen Spruch, der da sagt: „Der Optimist irrt sich genau so oft wie der Pessimist. Aber er hat viel mehr Spaß dabei!“.

 

3) Selbstwirksamkeit

Dieser Begriff impliziert, dass ich Probleme nicht als etwas Unüberwindbares sehe, sondern als Herausforderung. Habe ich eine große Portion an Selbstwirksamkeitsüberzeugung, dann vertraue ich auf meine Ressourcen und auf das Prinzip, dass überall wo es ein Problem gibt, auch eine Lösung vorhanden sein muss. Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeit haben eine hohes Problemlösungspotenzial und eine geringe Resignation bei Misserfolg.

 

Meiner Meinung nach ist das Gefühl, sich selbst als wirksam wahrzunehmen, eine Fähigkeit, die alle erfolgreichen Menschen mitbringen. Denn auch wenn wir es oft nicht sehen, haben erfolgreiche Menschen schon mehr Misserfolge in ihrem Leben gehabt als nicht erfolgreiche. Sie sind nur 1x mehr aufgestanden, als sie hingefallen sind. Dazu gibt es auch prominente Beispiele, wie z.B. Opera Winfrey, die von ihrem Job als Nachrichtensprecherin entlassen wurde, weil sie für das Fernsehen nicht geeignet sei, oder auch Walt Disney, der bei einer Zeitung entlassen wurde, weil es ihm angeblich an Vorstellungskraft fehlte.

 

Dabei lieferte gerade Walt Disney den von mir so gerne zitierten Satz: „If you can dream it you can do it.“ Und genau darum geht es: Sich selbst bewusst zu machen, was man kann. Im Mentaltraining ist der Fokus auf die eigenen Ressourcen zu Beginn jedes Trainings meiner Meinung nach ein Muss. Denn oft „sehen“ wir gar nicht, wieviel Potenzial in uns steckt. Richten wir aber den Fokus darauf, und trainieren diese Sichtweise, dann kräftigt dies nachweislich unsere mentale Stärke.

 

Mehr zu den weiteren 4 wichtigen Faktoren der Resilienz gibt´s in meinem nächsten Blog zu lesen. Schauen Sie also wieder vorbei!

 

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