Denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten!

Hand aufs Herz: woran mussten Sie gerade denken? Sie dachten gerade an einen rosa Elefanten? Nun, mit solchen und ähnlichen ‘Denkverboten‘ bewirken wir nämlich genau das Gegenteil: Wir denken daran. Grund dafür ist die Verarbeitung von Informationen in unserem Gehirn: Die Vorstellungskraft siegt dabei immer über den sogenannten Verstand. Verneinungen und Negativ-Formulierungen können von unserem Gehirn nicht in ein Bild umgewandelt werden und bleiben so abstrakt und nicht nachvollziehbar. Klare und eindeutig zuordenbare Bilder hingegen werden relativ schnell aufgenommen, wie eben in unserem Fall der rosa Elefant.

 

 

Im Mentaltraining nützen wir die Kraft der Bilder. Wir arbeiten mit der Technik der Visualisierung um neue Denk- und Verhaltensmuster einzuprägen. Dabei ist es natürlich genauso wichtig, die richtigen Bilder bei der mentalen Verankerung zu nutzen.

 

Unsere Sprache ist gespickt mit „Negativ-Formulierungen“. Beobachten Sie sich doch mal bei Selbstgesprächen. ‚Das war schon nicht schlecht für den Anfang‘ oder ‚Pass auf, dass du da keinen Fehler machst‘ könnten Botschaften sein, mit denen Sie bei Ihrem Gehirn nicht den gewünschten Effekt erzielen. Denn entfernen Sie die Verneinungen aus diesen Sätzen, bleibt das übrig, was Sie ja eigentlich nicht möchten.

 

 

Die richtige Formulierung ist entscheidend

 

Ein Zielsatz mit dem Inhalt ‚Ich möchte nicht mehr scheitern.‘– sagt wenig über die neue Richtung aus. Er signalisiert lediglich den Wunsch etwas zu verändern. Diese Haltung kann durchaus ein Motivator sein, um den ersten Schritt zur Veränderung zu wagen. Aber eben nur den ersten Schritt. Wir nennen diese Art der Formulierung ‚Weg-von‘-Ziele. Die meisten Menschen bleiben jedoch bei diesem ersten Schritt hängen. Damit bleibt der Fokus stets auf dem nicht erstrebenswerten Zustand.

 

 

Im Mentaltraining lautet ein Gesetz: ‚Alles, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, wächst‘. Wenn Sie sich also ein neues Ziel setzen möchten, so gilt es, jenes Ziel-Bild in Ihre Zielformulierung zu integrieren, wo Sie hinmöchten. Diese Formulierung wird auch ‚Hin-zu‘-Ziel genannt. Statt dem Satz ‚Ich möchte nicht mehr scheitern‘ könnte ein erstrebenswertes ‚Hin-zu‘-Ziel sein: ‚Ich entscheide mich dafür, dieses Projekt erfolgreich abzuschließen‘. Damit ist Ihrem Gehirn klar, wohin es geht und es fällt Ihnen leichter sich darauf zu konzentrieren und dieses Ziel auch zu erreichen.

 

 

 

Tipp aus der Praxis

 

Anfänglich braucht es für ‚Hin-zu‘ Formulierungen eine Zeit der Umgewöhnung. Hier ein Tipp: Jedes Mal, wenn Sie sich dabei ertappen an etwas zu Vermeidendes zu denken, dann fragen Sie sich: „Was möchte ich WIRKLICH?“ Am besten Sie schreiben sich diese Frage auf ein Post it und pinnen sich dieses in Sichtweite –Ihr Gehirn wird es Ihnen danken!